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Lebensversicherung mit Garantiezins vor dem Aus – Alternativen zur Altersvorsorge

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8. März 2016

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Lebensversicherung mit Garantiezins vor dem Aus – Alternativen zur Altersvorsorge

Eines der beliebtesten Vorsorgeprodukte der Deutschen steht angesichts eines historisch einmaligen Zinsumfeldes vor dem Aus. So haben die niedrigen Zinsen im Euroraum zuerst den Garantiezins Schritt für Schritt von 4% in den 90er bis auf 1% gedrückt und jetzt steht gar das Ende der klassischen Lebensversicherung mit ihrem Garantiezins zur Diskussion. Wenig überraschend also, dass kaum einer der deutschen Versicherer derzeit gut auf den Italiener Draghi und die EZB zu sprechen ist. Denn die Wenigsten von ihnen können die in früheren Jahren versprochenen Garantiezinsen von bis zu 4% auch nur annähernd einspielen. Der Grund dafür ist leicht erklärt.

 

Vergleichsweise hohe Garantieversprechungen

In Deutschland veranlagen die Assekuranzen anders als in anderen europäischen Ländern vorwiegend in Renten und andere festverzinsliche Instrumente. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90% dieser Gelder in Hypotheken, Staatsanleihen und Pfandbriefe investiert sind. Diese Tatsache gepaart mit einer im Vergleich hohen Garantieverzinsung haben viele der Lebensversicherungsträger in eine prekäre Situation gebracht. Während sie über Jahrzehnte kontinuierlich Reserven aufbauen konnten, hat sich diese Entwicklung in den letzten Jahren umgekehrt und sie werden daher immer mehr abgebaut. Dazu beigetragen haben im Wesentlichen drei Tendenzen: das Ausbleiben von Zins-, Kosten und Risikoüberschüssen.

Speziell der fehlende Zinsüberschuss ist extrem schmerzhaft. Er ist nichts anderes als die Umlaufrendite, also der durchschnittliche Zinssatz auf deutsche Staatsanleihen, abzüglich des Garantiezinses. Wenn man sich vor Augen führt, dass momentan deutsche Staatsanleihen bis zu 7-jährigen Laufzeiten negative Renditen abwerfen und sogar die 10-jährigen Bundesanleihen lediglich einen Ertrag von 0,14% p.a. versprechen, wird klar, dass hier nur wenig zu holen ist.

 

Unberechenbarkeit der Altersvorsorge

Nicht überraschend daher, dass die Assekuranzen eifrig an alternativen Modellen arbeiten. Viele überlegen das Zinsrisiko einfach auf den Kunden abzuwälzen und wollen nur mehr eine Kapitalgarantie auf neue Produkte abgeben. Die Konsequenz ist, dass lediglich die eingezahlten Beträge garantiert sind, nicht aber bestimmte vorher festgelegte Renditen. Die Überschüsse ergeben sich in diesem Modell einzig aus der am Markt realisierbaren Verzinsung. Bei positiver Entwicklung an den Märkten ist dies natürlich von Vorteil, sollte sich aber die Zinslandschaft in den nächsten Jahren nicht dramatisch ändern, dürfte es die deutschen Sparer hart treffen. Schlimmer noch, wird damit die Vorsorge für das Alter in Wirklichkeit komplett unberechenbar.

Die Folge dieser ungünstigen Entwicklung ist, dass sich immer mehr Bundesdeutsche von der klassischen Lebensversicherung verabschieden und die Veranlagung für den eigenen Lebensabend selber in die Hand nehmen. Hierbei ist eine gemischte Strategie, bestehend aus einer (mündel)- sicheren Säule gemeinsam mit einem aktiven Ansatz, bei dem der Sparer selber über die Zusammensetzung seines Portfolios entscheidet, zu empfehlen. Sinnvoll ist ein breit gestreutes Portfolio bestehend aus den traditionellen Anlageklassen wie Aktien, Währungen, Rohstoffe aber auch Derivate wie Optionen, Futures oder Contracts for Difference (CFD). Mit dieser Zusammenstellung sollte also auch bei kleineren monatlichen Sparbeträgen ein finanziell sorgenfreier Lebensabend leicht zu erreichen sein.

 

Bildquelle:

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

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Markus Nowak