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Hohe Kosten bei Geldmarktfonds

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22. Januar 2013

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Hohe Kosten bei Geldmarktfonds

Das niedrige Zinsumfeld macht es den Manager von Geldmarktfonds zunehmend schwer, Erträge zu erwirtschaften. Eine Analyse von Scope zeigt, dass Kosten einen Großteil der erzielten Jahresrenditen aufzehren oder sogar übersteigen.

Die Ratingagentur Scope untersuchte das Rendite-Kosten-Verhältnis von 89 Fonds (Hauptanteilsklassen) der Kategorie „Geldmarkt EUR“ während des Kalenderjahres 2012. Ergebnis: Bei vielen Geldmarktfonds zehren die Kosten einen signifikanten Anteil der Performance auf. Bei nahezu jedem zweiten Fonds betragen die Kosten mehr als 50 Prozent der Rendite. Die Auswertung zeigt auch, dass der Grund für negative Renditen teilweise bei den Kosten zu suchen ist: Bei rund 14 Prozent der Fonds übersteigen die Kosten die Bruttorendite.

Scope nennt ein Beispiel: Beim „ING (L) Renta Fund Euro Liquidity (EUR)“ zum Beispiel betrug die Bruttoperformance in 2012 rund ein halbes Prozent. Aufgrund der Gesamtkostenquote (TER) von 0,61 Prozent erleidet der Anleger jedoch einen Verlust. Dies sei umso schmerzlicher für Investoren, als von Geldmarktfonds eine stabile positive Rendite erwartet wird. Im Durchschnitt lag die Rendite in der Kategorie „Geldmarktfonds EUR“ bei 1,1 Prozent, die durchschnittliche Gesamtkostenbelastung machte 0,5 Prozent aus.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist es für Geldmarktfonds ohnehin schwer, eine vorzeigbare Rendite zu erzielen. Sie reagieren konzeptionsbedingt sehr sensitiv auf die Zinspolitik der Notenbanken. Innerhalb der Eurozone liegt der Leitzins mit 75 Basispunkten seit dem 5. Juli 2012 auf einem neuen Rekordtief. Geldmarktzinssätze wie der EURIBOR liegen mit einer Laufzeit von 12 Monaten (0,56 Prozent) bzw. 3 Monaten (0,19 Prozent) noch einmal deutlich unter dem Leitzinsniveau.

Aufgrund der niedrigen erzielbaren Renditen ist der Trend eines verstärkten Derivateeinsatzes zur Renditeoptimierung erkennbar. Dies hat in der Vergangenheit aber häufig zu deutlich erhöhten Risiken und Fehlinvestitionen geführt. Warnt Scope in einer Analysemeldung.

Artikelbild: Eigener Fundus.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.