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Zum aktiven Währungsmanagement – im Interview mit Jannis Raftopoulpoulos (JRC)

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12. Januar 2015

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Zum aktiven Währungsmanagement – im Interview mit Jannis Raftopoulpoulos (JRC)

Wir haben mit Jannis Raftopoulos, dem Geschäftsführer von JRC Capital Management über aktives Währungsmanagement als alternatives Asset zu Aktien und Anleihen gesprochen:

 

Investment Alternativen: Herr Raftopoulos, was sagen Sie zum Stichwort Niedrigzinsumfeld: Lohnt es sich momentan überhaupt noch sein Kapital in Anleihen oder Aktien anzulegen?

Jannis Raftopoulos: Das aktuelle Niedrigzinsumfeld macht es vielen Vermögensverwaltern schwer, vernünftige Renditen zu erzielen. Gerade Core-Anlagen, wie Anleihen, generieren ohne das Eingehen zusätzlicher Risiken  nicht mehr die gewünschten Erträge.

Die Zeiten in denen man mit Anleihen nebenbei 4-5 Prozent Rendite erzielte sind lange vorbei. Das aktuelle Niedrigzinsumfeld ist Gift für diese Asset-Klasse. Die Verzinsung gleicht nicht einmal mehr die Inflationsrate aus. Auch bei Aktien die seit 2009 um mehr als 170% zugelegt haben, überwiegen nun die Risiken gegenüber dem Ertragspotential und die Wahrscheinlichkeit für deutliche Rückschläge ist sehr hoch. Nachdem die Volatilität in den Währungen im vergangenen Jahr sehr niedrig war, hat sie in der zweiten Jahreshälfte 2014 deutlich zugelegt und bieten damit zugleich eine hervorragende Basis für ein deutliches Ertragspotential im aktiven Währungsmanagement.

 

IA: Darf man damit rechnen, dass es sich bei den Unruhen an den Märkten um ein vorübergehendes Phänomen handelt?

JR: Die Zunahme der Volatilität signalisiert eine wachsende Unruhe an den Märkten. Kein Vermögensverwalter und langfristig denkender Anleger müsste sich darüber Gedanken machen, solange die Unruhe nur als ein vorübergehendes Phänomen betrachtet wird. Deutet die Unruhe dagegen eine langfristige Neubewertung an den Finanzmärkten an, darf sie nicht länger ignoriert werden. Und genau hier liegt, wie man so schön sagt, der Hase im Pfeffer begraben. Ohne das Eingehen zusätzlicher Risiken ist es schwer geworden, in der aktuellen Lage der Finanzmärkte Alpha, die sogenannte aktive – oder Überschussrendite, zu generieren.

 

IA: Was wäre also eine mögliche und ertragreichere Alternative bzw. Ergänzung zu altbekannten Kapitalanlageformen wie Aktien und Co. in „Stressphasen“ wie diesen?

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Jannis Raftopoulos (Geschäftsführer JRC)

JR: In diesen „Stressphasen“ an den internationalen Finanzmärkten macht die Beimischung  von Devisen Sinn. Aktiv gemanagte Währungsanlagen tragen zur Diversifikation des Portfolios bei und können auf diese Weise das Risiko reduzieren.

 

IA: Worin liegen weitere Vorzüge des Devisenmarkts gegenüber dem Aktienhandel?

JR: Im größten  Finanzmarkt der Welt wird täglich die  Summe von 5,3 Billionen US-Dollar Handelsvolumen umgesetzt – Tendenz steigend. Damit übertrifft der Devisenmarkt den Aktienhandel im Volumen um weit mehr als das 20-fache. Gleichzeitig gelten auf den Devisenmärkten andere Gesetze: Die Korrelation mit den Aktien- und Rentenmärkten ist nicht nur vergleichsweise gering, sondern mitunter sogar negativ. Währungen entwickeln sich daher unabhängig von anderen Anlageklassen und bieten institutionellen und privaten Anlegern, die ihre Portfolios diversifizieren und deren Risiko senken wollen, eine attraktive und krisenfeste Anlagemöglichkeit.

 

IA: Werden Währungsanlagen aktuell schon mit der Absicht einer Gewinnerzielung genutzt?

JR: Unserer Erfahrung nach werden leider Währungsanlagen bisher nur sehr  wenig genutzt. Die große Mehrheit der Marktteilnehmer, wie Notenbanken oder Unternehmen, geht Währungspositionen nicht mit Gewinnerzielungsabsicht, sondern zur Aufrechterhaltung bestimmter Wechselkurse oder zur Absicherung für erwartete Erlöse in Fremdwährungen ein. Hier gibt es enormes Nachhol-potential.

 

IA: Die JRC Capital Management GmbH hingegen ist schon seit längerer Zeit auf den Handel mit Währungen und die unterschiedlichsten Devisenstrategien spezialisiert. Woher kam der Anstoß dafür?

JR: Seit nun mehr 20 Jahre beschäftigen sich die JRC Capital Management GmbH als Vermögensverwalter mit mir als Geschäftsführer und Firmengründer mit den internationalen Währungsmärkten.  1994 hat die JRC begonnen sich an den ersten EU-Forschungsprojekten zu beteiligen, sowie Finanzmodelle und Handelssysteme für Währungssysteme zu entwickelten. Die JRC Capital Management Consultancy & Research GmbH ist seitdem in der Forschung tief verwurzelt. Schon damals wurde der Grundstock für die heutigen JRC-FX-Systeme gelegt.

 

IA: Welche Vorteile kann der Marktteilnehmer konkret aus aktivem Währungsmanagement ziehen?

JR: Aktives Währungsmanagement ist hervorragend geeignet, um Asset-Klassen  wie Anleihen und Aktien im Portfolio zur ergänzen, die in bestimmten Marktphasen kaum bzw. gar nicht handelbar sind. Währungen verbessern signifikant das Risiko/Ertragsprofil eines Portfolios. Die geringe Korrelation  zu anderen Assets macht sie so attraktiv.

Durch die hohe Liquidität des Währungsmarktes selbst, sind sehr schnelle flexible Anpassungen an Marktstrukturveränderungen möglich, ohne den Markt selbst negativ zu beeinflussen. Der Devisenmarkt grundsätzlich ist ein internationaler Freiverkehrsmarkt (OTC). Dies bedeutet, dass er im Gegensatz zum Börsen- und Termingeschäftsmarkt dezentralisiert und selbstregulierend ist und keine zentrale Börse oder Clearingstelle aufweist. Diese Struktur eliminiert Wechselkurs- und Giro-Gebühren und reduziert somit Transaktionskosten. Als Folge des 24h-Handels an fünf Tagen in der Woche kommt es bei Devisen nur sehr selten zu Gaps. Als Gaps werden Kurslücken bezeichnet, also Wechselkurse, zu denen keine Transaktion zustande kam. Im Aktienhandel kommt es beispielsweise gerade nach Gewinnveröffentlichungen von Unternehmen nicht selten vor, dass eine Aktie am nächsten Handelstag signifikant höher oder tiefer eröffnet.

Das bietet die Möglichkeit, Intraday-Strategien anzuwenden, die schnell neue Trends erkennen und selbst kleinste Schwankungen ausnutzen können. Dadurch sind bei sehr überschaubaren Risiken kontinuierliche Returns von durchschnittlich 10 Prozent im Jahr möglich und das unabhängig davon, in welche Richtung der Markt läuft.

 

IA: Welche sind mögliche Produktlösungen im Bereich des aktiven Währungsmanagements und wie vielfältig ist das Angebot?

JR: Das Angebot an strukturierten Produktlösungen, in denen das aktive Währungsmanagement verbrieft wird, ist mannigfaltig.

Auf  Kundenbedürfnisse zugeschnittene Finanzprodukte sind beispielsweise Garantiezertifikate mit 100-prozentiger Partizipation, Index-Zertifikate, Schuldscheindarlehen, wie etwa von der Deutschen Bank angeboten, mit Kapitalgarantie und Kuponzahlung. Sind jedoch keine speziellen Kundenbedürfnisse zu berücksichtigen, kann auch die Investition in einen UCITs-Fond ein geeigneter Weg sein, um in Währungsstrategien zu investieren.

 

Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

 

 

Über Jannis Raftopoulos:

Im Asset-Management der JRC Capital Management arbeitet Jannis Raftopoulos bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich mit Partnern wie der Deutschen Bank, LBBW, Meriten und Helaba zusammen. Hier betreut die JRC namhafte institutionelle Anleger wie Sparkassen, Krankenkassen, Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke.

Jannis Raftopoulos konnte sein Wissen im Bereich des Währungsmanagements in den letzten 20 Jahren durch zahlreiche Forschungsprojekte und Asset-Management-Mandate vertiefen und wurde so zu einem gefragten Spezialisten auf diesem Gebiet. Seine Expertise fließt unter anderem bei der Entwicklung und Weiterentwicklung der von der **JRC Capital Management Consultancy & Research GmbH** angewandten Handelsmodelle ein und sorgt so für eine nachhaltige Ertragsentwicklung des JRC-Strategieportfolios.

Über JRC Capital Management Consultancy & Research GmbH:

Die  JRC Capital Management Consultancy & Research GmbH hat den Anspruch durch kontinuierliche Forschungsarbeit, für jede Marktphase profitable Handlungssysteme zu entwickeln.

Seit über 17 Jahren arbeitet erfolgreich an diversen Forschungsprojekten mit namenhaften Partnern. Der erfolgreiche quantitative Handel ist seit über 10 Jahren das Resultat der beständigen Forschung und der steten Implementierung neuester Ergebnisse in die empirische Kapitalmarktforschung, der Chartanalyse und des Behavioral Finance. Regulation in höchstem Maße erfährt das in Deutschland ansässige Finanzinstitut durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sowie die Bundesbank.

 

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Der Autor

Ulrike Techert