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Wladimir Putin im ARD-Interview

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6. April 2013

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Wladimir Putin im ARD-Interview

Auf Deutsche wirkt die direkte russische Art oft einschüchternd. Vladimir Putin im ARD-Gespräch mit Jörg Schönenborn.

Es gibt in diesem Interview eine Reihe von spannenden Momenten. Zum Beispiel wenn Putin seinen Interviewer nach dessen Namen fragt und anschließend duzt. Vielleicht wollte er aber auch nur dessen Vornamen wissen. Dennoch großes Kino. Auch überreicht der russische Präsident eine Liste mit Fragen der US-Behörden an aus dem Ausland finanzierten Organisationen. Das ist die Gegenoffensive, die für die Fragen zu Durchsuchungen bei politischen Stiftungen, geplant war. In dem Gespräch kommen mehrfach kleinere Spitzen vor, beispielsweise wenn Putin eine Frage seines Interviewpartners für naiv erklärt. Oder sich eine Frage nochmals übersetzen lässt, obwohl er selbst hervorragend deutsch spricht. Putin ist ein Medienprofi.

Das Interview ist für Politikinteressierte sehenswert und die Position des russischen Präsidenten zur Krise im Euroraum sind teilweise überraschend. Er ärgert sich kaum über die Milliarden, die russische Staatsbürger auf Zypern verloren haben. Stattdessen freut er sich darüber, dass die russischen Banken an Attraktivität gewonnen haben. Eine unangenehme Frage stellt er Schönenborn auch: Warum haben westliche Politiker das Entstehen von Steueroasen nicht verhindert? Und in der Tat würde man sich solches Bohren in Gesprächen mit der Kanzlerin auch mal wünschen. Man wird sehen.

Artikelbild: Screenshot. Interviewbeitrag. WDR.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.