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Vorsicht bei grünen Investments

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24. Mai 2013

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Vorsicht bei grünen Investments

„Retten Sie das Klima und verdienen Sie daran“. Das sind die Heilsversprechen im Markt. Anleger haben Grund nicht sorglos zu investieren.

Anleger sollten auch bei grünen Investments vorsichtig sein und Anlagekonzepte genau prüfen. Nepper agieren gerne sehr im Trend des Zeitgeistes. Denn hier sind die Widerstände im Markt geringer. Daher entwickeln sich seit Monaten immer neue absurde Anlagen. Verbraucher sollten vorsichtig sein. Oft gilt: Hört sich gut an, ist aber nix.

WaldSparBuch

Die Verbraucherzentrale Sachsen weist auf die Risiken eines „WaldSparBuch“ hin. Bei dieser Anlegeform fehle es an der Einlagensicherung. Zudem ist das versprochene Anlagekonzept schon für sich genommen eher dubios: Ab 3.250 Euro auf einem „WaldSparBuch“ helfe man, ein Stück ehemaliges Weideland in Panama aufzuforsten und erhalte eine ordentliche Rendite. Forest Finance verheiße unter dem Slogan „Mit Sicherheit in Edelholz investieren“ bis zu 9 Prozent erhalte man durch den Verkauf von geschlagenem Holz – bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Die Verbraucherschützer fragen sich, was alles schief gehen kann bei diesem Investment.

 EEG-Ivestments

Da werden schon mal Fördertöpfe missbraucht, um Anleger in fragwürdige Investments zu locken. Denn die staatlichen Garantien für Strompreise nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) sind zum einen politisch umstritten und ohnehin auf dem Rückmarsch. Zum anderen hilft dieser subventionierte Preis nicht, wenn Geschäftemacher zwischen Anleger und Strompreiszahler sich selbst als Kostentreiber setzen. Der Rahm wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Gesellschaften abgeschöpft. Völlig unbeachtet ist bei der Geldanlage in sauberen Strom meist, dass die Technik wartungsintensiv sein kann und das geht natürlich zu Lasten der Rendite.

Die Schachtel

Ganz andere Gefahren drohen Anlegern bei Schachtel-Konstruktionen von Unternehmen. Der Verdacht liegt nahe, dass hier durch Zwischenschalten der Schachtel-Gesellschaften Verbraucherschutzrechte umgangen werden sollen. Neu ist der Trick mit Genossenschaften. Hier wird unter dem Deckmantel von einer an sich vernünftigen Rechtsform das Geschäft betrieben. Anleger sollten aufpassen, warum das so und wieso in manchen Fällen so viele Gesellschaften geschaltet wurden. Es könnte daran liegen, dass die Initiatoren sich Lücken im Gesetz nutzbar machen wollten. Dadurch vermeiden die Initiatoren gerne Auflagen des Gesetzgebers über Informationspflichten bei der Geschäftsanbahnung.

Manche Investments nutzen auch Konzepte wie Lesing-Back-Kaufverträge, um Vertriebsvorschriften zum Schutz bei Kapitalanlagen zu umgehen. Es handelt sich dann zwar aus Sicht des Anlegers um ein Investment, aber der Anleger fährt dann sozusagen unter dem Radar mit und erwirbt Genussrechte oder eine Beteiligung. Die zwischengeschaltete ausländische Gesellschaft – meist in der Haftung stark limitiert – kann während der Laufzeit in Konkurs gehen und dann ist das Geld weg.

Mein Tipp: Anleger sollte Klarheit bei den Investments bevorzugen. Fragen Sie immer nach der zugrundeliegenden Logik für Abweichungen von der Norm. Dann klappt es auch mit dem alternativen Investment.

Artikelbild: Wiki Commons. Creative Commons Lizenz 2.5 US-amerikanisch (nicht portiert). Wing-Chi Poon.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.