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Markettiming zählt doch

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16. Januar 2012

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Markettiming zählt doch

Wer sich von einem Finanz- oder Bankberater einmal einen Rat eingeholt hat, der dürfte immer an einen bestimmten Punkt geraten sein. Wann investiere ich am besten? Der Berater erklärt dann, dass man am besten sofort investieren sollte, da es  nicht möglich sei, die Marktschwankungen auszunutzen. Halb richtig – halb falsch.

Der Berater – meist sind es auch bei Banken Verkäufer von Finanzanlagen – verfolgt nicht nur das Ziel, seinen Klienten gut zu informieren, sondern er muss auch Umsätze generieren. Der Umsatz heute zählt für den Verkäufer und nicht ein Umsatz in einigen Monaten. Zur Wahrheit gehört auch, dass Aktienanlagen bessere Provisionen einbringen als Rentenanlagen.

Wer im Herbst 2008 Aktien kaufte, obwohl die Finanzkrise heraufzog, der spielte jedenfalls mit dem Feuer. Richtig ist aber auch, dass kaum ein Marktbeobachter die Trendwende im Frühjahr 2009 richtig vorhergesehen hatte. Zumindest hatte niemand eine Kursverdopplung auf dem Plan. Insofern stimmt es schon, dass man die genauen Wendepunkte nicht leicht erkennen kann.

Grundsätzlich gilt: Kapitalanlagen mit regelmäßigen Erträgen (Renten, Alternative Investments, vermietete Immobilien) sollten in der Tat möglichst früh eingegangen werden. Bei stark volatilen Geldanlagen sollten Anleger zumindest einen verzögerten Einstieg (Cost-Averaging) erwägen. Wer beispielsweise 50.000 Euro in deutsche Aktien investieren will, der kann diesen Betrag über einen Zeitraum von einigen Monaten gesplittet einsetzen. Dadurch ergibt sich ein Durchschnittspreis, der das Risiko eines katastrophalen Investmentzeitpunkts mindert.

 

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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.