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Griechenland: Daten & Fakten

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12. Februar 2012

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Griechenland: Daten & Fakten

Griechenland hat jahrelang die Daten zum Wirtschaftswachstum manipuliert. Die europäische Statistikbehörde versah die Daten aus Hellas daher mit mehreren Fragezeichen. Sogar im Jahr 2011 verblüffte ein Nachricht: Im ersten Quartal 2011 soll es dort ein Wachstum gegeben haben. Auch angesichts des Jahreswachstums, das weiter eingebrochen ist, muss man vorsichtig damit sein. Möglicherweise handelt es sich auch um nominale (nicht preisbereinigte) Wachstumsdaten. In jedem Fall gilt Winston Churchills Hinweis: Glaube nur die selbst gefälschte Statistik. Im August kassierte die griechische Regierung ihre Wachstumsprognose und gab ein Minuswachstum von 5,3 Prozent als realistisch an. Im Dezember 2011 machen Wachstumsdaten von -11 Prozent die Runde.

Schulden

In ihrer Herbstprognose prognostizierte die EU-Kommission für Griechenland einen rasanten Anstieg der Gesamtverschuldung von 162,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2011 könnte der Wert auf 200 Prozent in den kommenden zwei Jahren steigen – falls man sich Reformen verweigert. Die EU erlaubt einen Höchstwert von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP).

Arbeitslosigkeit

Im Jahr 2011 erreichte die Arbeitslosigkeit laut griechischer Statistikbehörde (nicht saisonbereinigt) jeden Monat neue Höchststände. Im November waren mehr als eine Million Griechen arbeitslos (20,9%). Die Rezession und die Sparmaßnahmen der Regierung führen zu einer Abnahme der Beschäftigung. Die Abnahme der Arbeitsplätze beschleunigte sich zuletzt. Im Oktober verloren 126 000 Menschen ihren Job. Die Zahl der wirtschaftlich inaktiven Griechen liegt inzwischen um 500 000 höher als die Zahl der Aktiven. Die Zahl der Beschäftigten lag Schätzungen zufolge im November bei 3,9 Millionen Personen. Im November 2011 war jeder Zweite Grieche im Alter von 15 bis 24 Jahren ohne Beschäftigung.

Handelsbilanz

Griechenland ist ein Nettoimporteur. Die Exportleistung des Landes liegt bei 20 Milliarden US-Dollar. Eingekauft wird zumeist das Dreifache. Dabei kommt es zu absurden Entwicklungen. So liefern griechische Olivenölbauern ihren Rohstoff nach Italien und diese füllen das Öl ab, etikettieren es und schlagen 50 Prozent auf. Das ist ein Beispiel, dass Unternehmensberater von McKinsey in einem Gutachten anführten.

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Griechenland hat 11,3 Millionen Einwohner (Stand 1.1.2011). Die Bevölkerung wächst mit 0,3 Prozent pro Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner beträgt etwa 20.000 Euro.[/tab] [tab title=“Hard Facts“]

Die Hauptstadt Griechenlands ist Athen, das als Metropole ebenfalls die größte wirtschaftliche Bedeutung im Land hat. Wichtig ist auch die Hafenstadt Piräus, die mit Athen einen Ballungsraum bildet. Hier leben etwa ein Drittel aller Einwohner Griechenlands. Neben dem Festland gehören mehrere Inselgruppen zu Griechenland.[/tab] [tab title=“Struktur“]

Im Jahr 2010 machten Handel, Gastgewerbe, Transport und Kommunikation fast 30 Prozent des BIP aus; Immobilien und Finanzsektor trugen 18,1 Prozent bei und auf Industrie/Energie entfielen 12,2 Prozent; Bau 3,6 Prozent; Landwirtschaft + Fischerei 2,9 Prozent. Ein weiteres Drittel kann den genannten Kategorien nicht zugeordnet werden.
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200620072008200920102011
Reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorjahr5,5%3,0%-0,2%-3,3%-3,5%-6,9%
Arbeitslosenquote8,9%8,3%7,7%9,5%12,6%21,0%
Inflation2,22,94,21,24,73,1
Importe (in Mrd. USD)63,776,189,367,263,3
Exporte (in Mrd. USD)20,923,525,520,121,6
Quelle: EU, OECD. *Prognose. Wachstumsdaten wurden in der Vergangenheit öfters manipuliert. Datenlink:OECD.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.