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Filmfinanzierung auf Cinedime – im Interview mit Markus Brandmair

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29. September 2014

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Filmfinanzierung auf Cinedime – im Interview mit Markus Brandmair

Auch in der Filmindustrie werden die Finanzierungsgelder immer knapper – doch eine Fimproduktion ist teuer. Da liegt die Idee einer Crowdinvesting-Plattform nahe. Als Privatperson in Filmproduktionen für Kino und Fernsehen investieren? Dies ermöglicht CINEDIME – eine Plattform zur Filmfinanzierung. Via Crowdinvesting können sich Investoren an Filmprojekten beteiligen und so Anteile an den späteren Erlösen aus der Filmverwertung erwerben.  Investiert werden kann bereits ab 100 Euro.  In wenigen Wochen, am 21.10.2014, startet dann übrigens das erste Filmprojekt („Lena Love“ mit Emilia Schüle) auf CINEDIME. Wir haben mit Markus Brandmair, dem Geschäftsführer von CINEDIME über die Plattform und das erste Projekt gesprochen.

 

Herr Brandmair, Wird die Filmindustrie in Deutschland ausreichend gefördert?

Markus Brandmair: Nachdem dieses Jahr der DFFF um 10 Millionen Euro, von 70 Millionen auf 60 Millionen, gekürzt wurde und nächstes Jahr eine erneute Kürzung ansteht, wird die ohnehin schon schwierige Situation für Filmproduzenten noch prekärer. Es ist nie genug Geld da, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Eine Filmproduktion ist teuer. Die traditionellen Finanzierungsmöglichkeiten sind knapp und werden teilweise immer mehr gekürzt. Dieser Kostendruck wirkt sich gerade bei kleineren und mittleren Produzenten auf die Qualität und damit auf deren wirtschaftlichen Erfolg aus. In diesem Kontext ist es uns eine wichtiges Anliegen, mit CINEDIME ein neues ergänzendes Finanzierungstool anbieten zu können.

Wie funktioniert Cinedime?

MB: Ein Produzent plant die Produktion für einen Kinofilm. Einen Teil seines Gesamtbudgets bietet er auf CINEDIME zur Crowdinvesting Finanzierung an. Der Investor kann daraufhin in 100er Schritten in das ausgewählte Projekt investieren und erwirbt dadurch Anteile an den späteren Erlösen aus der Filmverwertung.

Woraus werden die Erlöse generiert?

MB: Die Erlöse ergeben sich aus der vollständigen Verwertungskette eines Films, dazu gehören Kino, der Home Entertainment Bereich (DVD, Blu-Ray und VoD), Weltvertrieb und ggf. auch Fernsehen.

 
Wie hoch ist das Risiko für Investoren?

MB: Wir überprüfen die Filme auf ihre Erfolgsaussichten bevor sie zur Crowdinvesting Finanzierung auf CINEDIME angeboten werden. Aber wie das Publikum anschließend den Film im Kino oder Verkauf annimmt, kann man vorher nicht wissen. Wird der Film ein Erfolg, erwartet die Investoren eine überdurchschnittliche Rendite. Dem gegenüber steht jedoch bei einem Flop das Ausfallrisiko des Investments. Im schlechtesten Fall ist also das Geld verloren.
Falls der Film innerhalb der Finanzierungsphase nicht den nötigen Betrag zusammen bekommt, erhält der Investor sein Geld vollständig, ohne irgendwelche Abzüge, zurück. Für den Investor besteht allerdings bereits vor der Finanzierung die Möglichkeit, sich den Budgetplan und Recoupmentpläne einzusehen und somit sich sein eigenes Urteil über das Potential des Filmes zu bilden. Wir bei CINEDIME legen Wert auf gegenseitige Transparenz, denn nur so kann Vertrauen entstehen. Vertrauen ist unsere wichtigste Währung.

 
Wen sehen Sie als Investor bei Cinedime?

MB: Als potentiellen Investor sehen wir filmbegeisterte Menschen, die eine Leidenschaft für Filme haben und diese gerne unterstützen möchten. Wir bieten denen nun auch die Möglichkeit Teil eines Films zu werden. Auf der anderen Seite sehen wir auch renditeorientierte Menschen, die innovative Anlagemöglichkeiten suchen. Schließlich bietet CINEDIME ihnen diese.

 
Inwiefern wird das Projekt Ihrerseits während der Produktion überwacht? Und inwiefern wird der Investor informiert?

MB: Im Normalfall findet die Finanzierung vor der Produktion statt. Das Gesamtbudget muss dem Produzenten vorliegen, damit er das Geld auch vernünftig auf die einzelnen Produktionsschritte verteilen kann. Aus diesem Grund findet die Auszahlung in einzelnen Tranchen statt. D.h. der Produzent bekommt sein über Crowdinvesting finanziertes Geld in „Häppchen“. Einen Teil bekommt er vor Drehbeginn, einen weiteren am ersten Drehtag und so weiter.
Zudem muss er uns den Endkostenstand vorlegen, damit wir auch darüber eine Übersicht haben.
Der Informationsfluss zum Investor ist auch geregelt. Der Produzent kann im nur für Investoren einsehbaren Privilegienbereich auf unserer Plattform mit diesen kommunizieren und seine Produktionsschritte veröffentlichen. Man kann den Produzenten aber auch direkt via Email kontaktieren.

 
Ihre Plattform wurde nun von der BaFin geprüft. Würden Sie anderen Plattformen diesen Aufwand empfehlen? Welche Vorteile sind für Sie dadurch entstanden?

MB: Es ist gut wenn die Plattformen geprüft werden, da somit deren Seriosität und Sicherheit erhöht wird. Zudem wird auch ein Vertrauen zwischen Plattform, Produzenten und Investoren geschaffen, da alle drei Seiten wissen, dass es legal ist, was hier passiert. Für die drei Seiten besteht dann natürlich auch eine gewisse Rechtsicherheit. Eine BaFin Prüfung hat somit natürlich auch zur Folge, dass es für schwarze Schafe unter den Anbietern schwieriger wird. Generell ist es aber auch wichtig, dass ein innovativer Wachstumsmarkt, wie es Crwodinvesting und Crowdfunding in Deutschland darstellet, nicht durch Überregulierung im Keim erstickt wird. Zu diesem Thema findet aktuell eine rege Diskussion zwischen Branche und Bundesregierung statt.

 
Erzählen Sie uns mehr über das erste Projekt.

MB: Das erste Projekt ist der spannende Jugend-Thriller „Lena Love“ mit Emilia Schüle („Besser als nix“) in der Hauptrolle. Das aktuelle Thema über Cybermobbing und Social Media Missbrauch überzeugte uns sehr. Der Regisseur Florian Gaag gewann 2009 mit seinem Film „Wholetrain“ den Adolf Grimme Preis und auch der restliche Cast ist bereits bekannt aus dem deutschen Film und Fernsehen. Dazu gehört Anna Bederke, Kyra Sophie Kahre Sandra Borgmann, Jacob Matschenz und Sina Tkotsch. „Lena Love“ stellt allerdings insofern eine Ausnahme dar, da dieser Film bereits abgedreht ist und über CINEDIME das Geld für die Postproduktion finanziert. Im Normalfall sollte die Finanzierung vor Beginn der Produktion geschlossen sein.

 

 

Vielen Dank für das Interview und ganz viel Erfolg für Ihre Plattform!

Weitere Informationen: www.cinedime.de

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Der Autor

Ulrike Techert