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EUREX über Hochfrequenzhandel

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25. Mai 2013

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EUREX über Hochfrequenzhandel

Die Eurex Exchange veröffentlichte eine eigene Studie über automatiertes Traden. Die Ergebnisse sind eindeutig und werden linke Börsengegner ärgern.

Eurex Exchange ist die erste europäische Börse, die Teile ihres eigenen quantitativen Researchs über den Hochfrequenzhandel (HFT) veröffentlicht.Vor einigen Jahren hatte schon die Australische Börse ähnliche Ergebnisse wie jetzt die Eurex veröffentlicht. Der Einfluss auf die Preise ist minimal und nicht wie immer behauptet. Dafür ist die höhere Liquidität für Marktteilnehmer überwiegend vorteilhaft. Die wichtigsten drei Erkenntnisse:

1. HFT-Teilnehmer haben in einer der extremsten Marktsituationen die Eurex Exchange in den vergangenen Jahren erlebt hat, eine wichtige und äußerst positive Rolle gespielt.

2. HFT-Teilnehmer spielen eine einzigartige und unverzichtbare Rolle bei der Wiederherstellung der Marktqualität nach besonders hohem Handelsvolumen, und

3. Eurex Exchange hat keine Anzeichen missbräuchlicher HFT-Aktivitäten finden können.

Im Gegenteil, in dem Artikel für Automated Trader, erklären Vassilis Vergotis, Randolf Roth und Bernard Hosman (Eurex Spezialisten) warum, folgt man der Studie, der Hochfrequenzhandel einen wichtigen und positiven Beitrag zur generellen Marktqualität und -stabilität leistet.

Kommentar

In der Diskussion um die Finanzmärkte spielen viele Vorurteile eine Rolle. Die meiste Kritik kommt vom linken politischen Spektrum. Sie sollten ihre Kampfeskraft auf wichtigere Dinge konzentrieren als die Aktivitäten an den Börsen. Zwar haben Hochfrequenzhändler in der Vergangenheit an der Börse einen Flashcrash ausgelöst, aber neben betroffenen Akteuren hat das keine realwirtschaftlichen Folgen gehabt.  Das versteht man nur, wenn man begreift, dass die Börsen keine Werte schaffen. Wer Börsenaktivitäten aus Prinzip kritisiert, der gibt denjenigen im Bankensektor recht, die das wie der Ex von der Deutschen Bank, Jupp Ackmann, im Mannesmann-Prozess behaupten.

Termintransaktionen an den Futures- und Options-Märkten sind für sich genommen reine Nullsummenspiele mit Geldumverteilungseffekten. Verlierer erhalten zum Beispiel Planungssicherheit als Trade-Off. Etwas weniger wichtig sollten alle Beteiligten sich nehmen. Zu der Studie und ihren Ergebnissen ist zu sagen, dass die Börsen an den Umsätzen durch automatisiserten Handel profitieren. In Wirklichkeit wird der weltweite Kuchen zugunsten der Börsen durch zu häufge Transaktionen kleiner. Das ist nicht anders als im Spielkasino. Dort gewinnt auch immer die Bank und hat Interesse an vielen Spielern und Spielen.

Ausführliche Informationen.

Artikelbild: Wiki Commons. Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.