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ETFs: Bank will Replikationsfrage freistellen

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29. November 2012

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ETFs: Bank will Replikationsfrage freistellen

Erstmals stellt eine Fondsgesellschaft Anlegern frei, welche Replikation angewandt werden soll. db X-trackers will in wichtigen Indizes künftig beide Varianten anbieten.

Bei Exchange Traded Funds (ETFs) gibt es eine Gretchenfrage: „Wie hältst Du es mit der Replikation?“ Hintergrund ist, dass die Indexfonds, die eigentlich die Anlagewelt vereinfachen sollen, bei manchen Anlegern nur Kopfschütteln ausgelöst haben. Denn die Konstruktion im Hintergrund ist alles andere als einfach und das bemerken Anleger bei manchen Produkten zu Stichtagen, wenn in einem Aktien-ETF mit Anlageschwerpunkt Europa nur US-amerikanische Aktien zu finden sind beispielsweise.

Hintergrund

Man kann einen Index entweder durch physischen Besitz der zugrundeliegenden Werte abbilden oder durch ein Tauschgeschäft. Dabei sichert ein institutioneller Marktteilnehmer die gewünschte Indexentwicklung gegen einen Korb an Werten. Das funktioniert für die Anbieter ganz prima, aber spätestens seit in London der UBS-ETF-Händler Kweko Adoboli der Schweizer Bank einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar eingebrockt hat, dürften sich viele Anleger fragen, wie so etwas geht und welche Risiken sie eigentlich tragen.

db X-trackers schlichtet

Die Deutsche-Bank-Sparte „db X-trackers“ plant die Einführung von ETFs mit „direkter Replikation“, um Investoren bei wichtigen Aktienmärkten wie den USA, Deutschland, Großbritannien, Euroland und Japan eine Auswahl zwischen ETFs mit direkter oder indirekter Indexabbildung zu bieten. In der Praxis bedeutet dies, dass Anleger künftig bei wichtigen Aktienmärkten wählen können, ob sie einen ETF mit direkter oder indirekter Indexabbildung von db X-trackers bevorzugen.

Investoren können bei db X-trackers dann nicht nur eine Auswahl treffen, welche Chancen und Risiken sie in einzelnen Märkten nutzen wollen. Sie können gleichzeitig entsprechend ihrer bevorzugten Variante investieren, in welcher Weise der ETF die Indexabbildung erreicht.

Synthetische und volle Replikation

Die Sprachvariante von db X-Trackers zeigt schon das Problem mit der Replikationsmethode: Der verwendete Begriff „indirekte“ Replikation klingt schon schöner als der Fachbegriff synthetische Replikation. Diese steht der vollen Replikation durch die Originalwerte gegenüber. Wenn man dann den Kunden noch erklären will, dass das oben erwähnte Tauschgeschäft unter hippen Bankern als „Swap“ bezeichnet wird, dürfte das den letzten unerfahrenen Anleger endgültig vertreiben. Insofern ist die Initiative des Anbieters begrüßenswert.

Artikelbild: Replikation. Wiki Commons. Gemeinfreie Grafik. Bild des Tages 19. April 2007.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.