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Entrée Gold – da war doch was?

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26. März 2013

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Entrée Gold – da war doch was?

Minenunternehmen sind Abenteuerinvestments. Bei Unternehmen aus Vancouver ist besondere Vorsicht geboten. Ein Rücblick auf Entrée Gold.

Die Nachrichten von dem kanadischen Minenunternehmen Entrée Gold wandern bei mir seit Jahren automatisch in den Spamordner. Jetzt habe ich mir sieben Jahre nach einem älteren Artikel für die Vermögenszeitung den Wert (Formatierungen sind etwas beschädigt) erneut angeschaut.

Hurra, sie leben noch!

Ehrlich gesagt: Ich war überrascht, dass es das Unternehmen überhaupt noch gibt. Nicht überrascht war ich von einigen anderen Details. Entrée hat die neuen Medien für sich entdeckt und bietet sogar Twitter-Nachrichten. Zuletzt sind die Aktienkurse dennoch stark eingebrochen. Die Charts zum Unternehmen kann man sich auf der Homepage in verschiedenen Zeitrahmen anschauen. Vor genau einem Jahr kosteten die Aktien des Unternehmens noch 1,23 US-Dollar. AM 25. März 2013 waren es noch 38 Cent.

Achterbahnfahrt

Bei etwas längerer Rückschau – ich hatte meinen Text vor fast genau sieben Jahren geschrieben – haben die Aktie und mit ihr die Anleger die befürchtete Achterbahnfahrt erlebt. Seither hat sich zudem die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien deutlich erhöht – der Aktienpreis wurde deutlich verwässert. Das Geschäftsmodell von Entrée besteht nämlich darin, immer wieder neue Finanziers für das eigene Überleben zu finden. Dabei helfen auch zwei strategische Investoren nicht, die etwa ein Viertel der Anteile halten. Zuletzt kam im März 2013 eine Gruppe hizu, die 17.857.142 Aktien zu 56 Kanada-Cent übernommen hatte.

Hohe Kosten voraus

Der bisherige Kursverlauf sollte Warnung genug sein für Anleger. Aber wer eher fundamentale Daten prüfen will, der kann sich den letzten verfügbaren Finanzbericht (Q3 2012) ansehen. Bis zu dem genannten Zeitpunkt hatte das Unternehmen seit seiner Gründung 1995 satte 144 Millionen Dollar verbraten. Wer sich durch das Papier durcharbeitet, der findet sogar heraus, dass man bis 2017  für die Büros Verpflichtungen in Höhe  von 1,1 Millionen Dollar für Büromieten eingegangen ist. Hinzu kommt ein sehr großes Management-Team.

Anleger in Minenaktien und Entrée Gold waren und sind Zocker. Wer solche Aktien kauft, der könnte einigen Abenteurern ihren Lebenstraum finanzieren. Ich wünsche weiter jedem Anleger viel Erfolg und werde in sieben Jahren erneut bei dem Unternehmen nachschauen, welche Entwicklung die Aktie genommen hat.

Artikelbild: Nugget. Wiki Commons. Freie Lizenz.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.