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DSW will Veränderungen bei Pleitiervorstand der WGF

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21. Dezember 2012

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DSW will Veränderungen bei Pleitiervorstand der WGF

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisiert das Verfahren im Falle der Pleite-Immobiliengesellschaft WGF.

Der Situation der insolventen Immobiliengesellschaft WGF AG wird immer dramatischer. Über 200 Millionen Euro schuldet das Unternehmen vor allem privaten Anleihegläubigern. Hinzu kommen noch Genussscheininhaber, deren Anlegen ebenfalls im Feuer stehen. Der WGF-Vorstand versucht derweil seine Macht in der Gesellschaft zu erhalten, indem er eine „Insolvenz in Eigenverwaltung“ betreiben will. „Bei dieser Form würde die Unternehmensleitung weiterhin alle Entscheidungen treffen, während sonst ein Insolvenzverwalter das Ruder übernehmen würde“. Schreibt die DSW.

DSW zweifelt an der Eignung der WGF Führung

Mark Tüngler (DSW)

Mark Tüngler (DSW)

»Aus unserer Sicht ist arg daran zu zweifeln, ob die aktuelle WGF-Führung wirklich geeignet ist, die Gesellschaft wieder in sicheres sowie ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Unseres Erachtens ist externer Sachverstand hier dringend notwendig, nachdem der amtierende Vorstand das Unternehmen in die Insolvenz geführt hat« sagt Marc Tüngler, Geschäftsführer der DSW. Die WGF-Führung habe den Kapitalmarkt über die Situation des Unternehmens komplett im Dunkeln gelassen. Erst der Zwang durch die Börse Düsseldorf habe dazu geführt, dass die Investoren die Wahrheit über den Zustand der Gesellschaft erfuhren. Es sei erstaunlich, dass der Aufsichtsrat keine Konsequenzen zieht – für den Vorstand und auch für sich selbst so Tüngler weiter.

»Zugleich begrüßen wir, dass die Staatsanwaltschaft bereits mögliche Pflichtverstöße und Vergehen prüft. Dies ist für alle Beteiligten der beste Weg, um die Vorgänge um die Insolvenz, die ausgebliebene Kapitalmarktkommunikation und die insgesamt unerträgliche Situation grundlegend überprüfen zu lassen. Schadensersatzklagen sind dennoch wohl nicht zu vermeiden, da sich die Anleger unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz falsch oder gar nicht informiert fühlen« erklärte Tüngler.

Weitere Infos zum Fall.

Artikelbild: Das WGF-Pressefoto zeigt Pino Sergio, den Vorstandsvorsitzenden der WGF.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.