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Arme Alte? Noch nicht.

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3. Januar 2013

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Arme Alte? Noch nicht.

Zuletzt bestimmte die heraufbeschworene Altersarmut die politische Agenda. Alles halb so wild. Meint das statistische Bundesamt.

Die armen Alten. Neuerdings gehören die Renter zu den Benachteiligten, die zusammen mit Arbeits­losen oder Sozial­hilfe­empfängern genannt werden. Aber stimmt das überhaupt? Den Seniorinnen und Senioren in Deutschland geht es derzeit sowohl materiell als auch gesund­heitlich besser als den Ruhe­ständlern in den meisten anderen europäischen Ländern. Schreibt das Statistische Bundesamt Destatis.

Europa-Vergleich

AlteinternationalIm europäischen Vergleich geht es den Ruhenständlern in Deutschland sehr gut und vital sind die meisten auch noch. Das geht aus der EU-Gemeinschaftsstatistik „Leben in Europa“ hervor. Neben dem Einkommen werden dabei auch subjekte Eindrücke zum Gesundheitszustand erfasst. Die nebenstehende Grafik zeigt auch den Befund, dass die mittleren Einkommen von Alten nicht viel schlechter ausfallen als für die Gesamtbevölkerung.

Nur 14,1 Prozent der deutschen Seniorinnen und Senioren gelten als armutsgefährdet, im Vergleich zu 15,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das genügt schon um die These des Risikos Altersarmut zu hinterfragen. Allerdings schneiden Frauen ab 65 mit 15,9 Prozent nur wenig besser ab als der Gesamtdurchschnitt der Frauen (16,4 %), während ältere Männer mit 12,1 Prozent Armutsgefährdeten eine im Vergleich zu allen Männern in Deutschland (14,9 %) deutlich günstigere Position einnehmen.

Als Grund vermuten die Statistiker das heute tradierte Familienmodell der Ehe- und Hausfrau.

Gesundheitsempfinden gut

Auch in Bezug auf das Gesundheitsempfinden ergaben Umfragen 2010 ein Bild der zufriedenen Alten in Deutschland. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Pflegebedürftigkeit an. Hier sehen die Statistiken ab dem 75. Lebensjahr die Grenze. Das belegen auch Zahlen der Pflegestatistik. Frauen sind ab 80 häufiger pflegebedürftig. Über ein Fünftle der Frauen fällt unter diese Kategorie.

Alt sein ist in Deutschland kein Risiko

Fazit der Statistiker: „Über Jahre hinweg hat die Mehrzahl der heutigen Senioren Wohlstand geschaffen, von dem sie jetzt profitiert: Zwar ist für sie die Rente oder Pension immer noch Haupt­einkommens­quelle, aber Einkünfte aus Zins­erträgen oder Vermietungen tragen dazu bei, dass die ältere Generation über­wiegend finanziell gut abgesichert ist. Nur ein sehr geringer Teil muss Grund­sicherung im Alter beanspruchen.“

Artikelbild: Wiki Commons. Candida Performa.
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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.