Saturday, Aug. 15, 2020

Anlageformen in Zeiten der Niedrigzinsen

Anlageformen in Zeiten der Niedrigzinsen

Nur derjenige kann seine Anlageformen in Zeiten der Niedrigzinsen richtig auswählen, der die Ursachen und vor allem die Dauer der Niedrigzinsen richtig einschätzen kann. Alle Sparer, die beispielsweise ein Tagesgeld haben, haben sich schon fast daran gewöhnt: Die Bank sendet eine Mitteilung, in der Sie die Zinssenkung ankündigt oder versteckt sich hinter dem Kleingedruckten – einer Berechnungsformel für variable Zinsen. Sparbücher bringen gerade einmal 0,05 %, zehnjährige Bundesanleihen notieren unter 0,40 % Jahreszinsen.

Ist eine Besserung der Verzinsung in Sicht? Eher nicht. Es ist davon auszugehen, dass die Niedrigzinsphase in leicht abgewandelter Form bis mindestens zum Jahr 2019 dauert. Dafür gibt es verschiedene Andeutungen, die der Anleger zu einem Puzzle bzw. Gesamtbild zusammensetzen sollte. Das Bundesfinanzministerium schreibt beispielsweise im Februar 2014: „Der Bundeshaushalt wird […] strukturell ausgeglichen sein und ab 2015 ohne Nettokreditaufnahme auskommen.“

Da die CDU/CSU geführte Bundesregierung aber Steuererhöhungen kategorisch ablehnt und die Staatsverschuldung jenseits von 2 Billionen Euro liegt, würde jedes Prozent Zinserhöhung ein Loch in den Haushalt von mehr als 20 Milliarden Euro reißen. Aus heutiger Sicht wird aber auch die Bundestagswahl 2017 zu keiner grundsätzlich neuen Wirtschaftspolitik führen. Zudem wird die Niedrigzinsphase auch durch die EZB unterstützt, die für Einlagen sogar erstmals Strafzinsen erhebt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht zudem von Zinsen aus, die „in längerfristiger Perspektive sehr niedrig“ bleiben werden  ohne jedoch ein Jahr für die theoretisch mögliche Zinssteigerung zu nennen.
In diesem Szenario sehr niedriger Zinsen sollten die Anleger deshalb nach Anlagealternativen suchen, die das Grundprinzip der Risikostreuung umsetzen und dies mit möglichst hohen Renditechancen verknüpfen.

Die Geldanlage-Profis setzen die grundlegenden Anlageentscheidungen der Anleger um

Im Klartext gesprochen kann zusammenfassend gesagt werden, dass es einen Ersatz für die Unattraktivität klassischer Sparprodukte geben sollte. Eine ideale Form der Geldanlage, bei der der Anleger nicht zu viel Zeit in die Suche nach der immer perfekten Geldanlage investieren muss, sind Mischfonds. Diese verbinden die hohen Renditechancen eines Investments in Aktien mit einem Anteil an Vermögensgegenständen, die ein geringeres Risiko aufweisen.

In einem ersten Schritt sollte sich der Anleger vergegenwärtigen, welcher Anlegertyp er ist und für welchen Zeitraum das Geld angelegt werden soll. Steht der langfristige Vermögenszuwachs im Vordergrund und können kurzfristige Marktschwankungen überbrückt werden, dann empfiehlt sich die Wahl eines guten Mischfonds mit einem hohen Aktienanteil.

Für die Bewertung der Attraktivität eines Fonds können folgende Daten herangezogen werden:
+ die Wertentwicklung des letzten Jahres und der letzten drei Jahre -> damit ergibt sich ein Hinweis darauf, ob der Fonds besser ist als andere Fonds der gleichen Kategorie

+ das Qualitätsurteil eines unabhängigen Fondprüfers, welches auch öffentlich und kostenfrei einsehbar ist. Die meisten Online-Broker Portale geben das Morningstar-Qualitätsurteil und ähnliche Qualitäts-Ratings an, damit die Anleger noch besser informiert entscheiden können.

+ die Anlagestrategie bzw. der aktuelle Rechenschaftsbericht. Dort sind die Investments zum Stand des letzten Jahreswechsels aufgeführt, was interessante Details zur Geldanlage-Strategie ergänzt.

Intelligente Geldanlage vermeidet die Nachteile der Niedrigzinsphase

Die Niedrigzinsphase ist ursprünglich einmal so gedacht gewesen, dass eine kurzfristige Absenkung der Zinsen zu einer Haushaltsentlastung und einem Konjunkturimpuls genutzt wird. Und schon nach wenigen Monaten wieder eine Zinserhöhung möglich wird. Inzwischen haben sich die Märkte und Unternehmen so an die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten gewöhnt, dass eine Erhöhung des Zinses (als Preis für das Geld) nur langfristig und in sehr kleinen Schritten erfolgen kann.

Deshalb ist davon auszugehen, dass Produkte wie das früher so beliebte Sparbuch geringere Marktanteile auf sich vereinen können und die Geldanleger mehr in Aktien, Unternehmensbeteiligungen investieren werden. Selbstbewusste Anleger, die sich informieren, können deshalb auch in der Niedrigzinsphase ein Vermögen aufbauen. Müssen sich aber mit den besten Anlagen vertraut machen und bei der Suche nach dem besten Mischfonds ein bisschen Zeit investieren.

 

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Der Autor

Markus Nowak