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Die Weizenkornlegende

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20. Januar 2012

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Die Weizenkornlegende

Es gibt mathematische Phänomene, die jeder Geldanleger kennen sollte, da sie wichtige Hinweise für eine gute Anlagestrategie liefern. Eines dieser Phänomen ist die Schachbrett-Legende.

Im vierten Jahrhundert nach Christus wollte der indische Herrscher Shihram dem Brahmanen Sissa ibn Dahir für das Erfinden des Schachspiels einen Wunsch erfüllen. Dieser wünschte sich Weizenkörner. Dabei sollte auf das erste Feld des 64-Felder-Bretts ein Korn auf das zweite Feld die doppelte Summe der Körner gelegt werden und so weiter. Der Herrscher war der Anekdote nach über die Bescheidenheit des Brahmanen verärgert über diesen bescheidenen Wunsch.

Nachdem die größten Rechenmeister des indischen Reiches tagelang nachrechneten, kam heraus, dass alle Kornspeicher des Landes nicht annähernd ausreichten, um die Schuld zu begleichen. Mit den heutigen Rechenmethoden kann man die Zahl der Körner exakt bestimmen. Auf allen Feldern wären 264−1 oder 18.446.744.073.709.551.615 Weizenkörner1 notwendig. Angeblich empfahl einer der Rechenmeister, Sissa solle Körner zum Zählen erhalten, so könne man ihn jahrelang beschäftigen.

Die Geschichte stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und ist ein Beispiel für die Macht des Zinseszinses.

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Der Autor

Thorsten Cmiel

Thorsten Cmiel ist Chefredakteur von Investment Alternativen. Der studierte Ökonom ist seit über 15 Jahren als Finanzjournalist und Buchautor tätig.